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Das Lied, dass von seinem Leben erzählt PDF Drucken E-Mail

Als Yuthok Yonten Gonpo sechsundsiebzig Jahre alt war, versammelte er alle Schüler, belehrte sie und machte ihnen viele Geschenke. Bei dieser Gelegenheit ließ er in folgendem Lied (21 Verse) sein Leben Revue passieren:

Vers 1

Hey! Hört zu, ihr vom Glück begünstigten.
Hört gut zu, ihr Menschen in aller Welt.
Besonders ihr, die ihr hier versammelt seid.
Auch, wenn ihr vorher vieles gehört habt,
so waren dies doch nur Worte ohne Bedeutung.
Heute werdet ihr hören, was wirklich bedeutsam ist.
Auch wenn ihr schon Vieles gesehen habt,
so waren dies doch nur falsche und unvollständige Visionen.
Was ihr heute seht, wird die zwei Verdunklungen bereinigen.
Wenn ihr nicht wißt wer ich bin;
ich bin der Stellvertreter aller Buddhas!
Ich bin die Zuflucht aller Wesen!
Die belebte und unbelebte Welt
ist von meinem Körper, meiner Rede und meinem Geist durchdrungen.

Vers 2

Die illusorische Form dieses Körpers
hat die Natur einer Herberge für heilige Gottheiten.
Seine Materie ist vom Wesen her rein
und wie ein Regenbogen ist er ungreifbar,
doch er erscheint wie die Reflektion
des Mondes auf dem Wasser überall.

Vers 3

Der leere Ton meiner Stimme ist das Lied des Echos,
in dem der Klang der 84000 Dharmas widerhallt.
Dieser manifestiert sich in einem Regen von Belehrungen
für die, die Führung benötigen
und geleitet alle Wesen auf dem Pfad,
der zur Reife führt und befreit.

Vers 4

In der Klarheit und der Leerheit meines Geistes,
dem unausdrückbaren wahren Zustand,
ist alles von Glückseeligkeit durchdrungen,
versiegt die schöpferische Natur nie
und sind Leerheit und Mitgefühl nicht unterschieden.
daher befreien sich alle vom Geist erzeugten
Phänomene ihrer Natur nach von selbst.

Vers 5

In allerkürzester Zeit
bin ich im selben Moment ein voll erwachter Buddha,
reise ich im selben Moment zu hunderten von Buddhafeldern,
treffe ich augenblicklich Hunderte von Buddhas,
manifestiere ich in einem Augenblick Hunderte von Emanationen,
führe ich in einem Augenblick Hunderte Wesen
und ich verwirkliche Ganzheit und Meisterschaft.

Vers 6

Mit einem Vertrauen, das keine Unsicherheit kennt
bete ich ohne Zweifel zu haben.
Auch wenn der Graue Star der unreinen Sicht dich hindert,
alle diese meine Qualitäten zu sehen,
bin ich in der normalen Wahrnehmung, die jedem zueigen ist,
der Arzt mit der Medizin des geschickten Mitgefühls,
der die innere geistige Krankheit der drei Gifte
und die äußere Krankheit der drei Säfte
Wind, Galle und Schleim heilt.
Deshalb gebührt mir der Titel "Doktor".

Vers 7

Ich erkläre den buddhistischen Kanon und seine
Kommentare aus dem Gedächtnis.
Durch Logik überwinde ich die Herausforderungen
der Fundamentalisten.
Ich führe das Banner des Sieges der buddhistischen Lehre.
Deshalb gebührt mir der Titel "Gelehrter".

Vers 8

Ich ging zu Sri Parvata und
Räuber versperrten mir den Weg.
Mit einem Blick lähmte ich sie alle.
Deshalb gebührt mir der Titel "Siddha".

Vers 9

Auf meinem Weg nach Oddiyana
sandten mir fleischfressende Dakinis
Meteoriten und Blitze, um mich zu schlagen.
Ich machte die Drohmudra
und all die Dakinis zerbrachen.
Deshalb gebührt mir der Titel "Siddha".

Vers 10

Auf meinem Weg nach Sri Lanka
fiel das Boot oben auf den Wellen auseinander.
Ich flog wie ein Vogel und rettete meine Mitreisenden.
Deshalb gebührt mir der Titel "Siddha".

Vers 11

Als ich zum Kaliwald kam,
waberten die Dämpfe giftiger Schlangen wie dunkler Nebel.
Ich meditierte auf das Mitgefühl und der Nebel verschwand schnell.
Deshalb gebührt mir der Titel "Siddha".

Vers 12

Als ich nach Persien kam,
traf ich auf die Armee der Mongolen.
Deshalb durchquerte ich die felsigen Berge in allen Richtungen.
Deshalb gebührt mir der Titel "Siddha".

Vers 13

Als ich Svayambhu besuchte,
wetteiferte ich mit den Bönpos in magischem Können.
Einen halben Tag schwebte ich sitzend am Himmel.
Deshalb gebührt mir der Titel "Siddha".

Vers 14

Als ich von Bodhgaya nach Tibet ging,
brauchte ich nur einen einzigen Tag
und trug eine frische Blume als Geschenk.
Deshalb gebührt mir der Titel "Siddha".

Vers 15

An dem Platz Tshongdu Komoru in Westtibet
hinderte ich die Sonne am Untergehen
und brachte einen Regen aus goldfarbenen Aruras hervor.
Deshalb gebührt mir der Titel "Siddha".

Vers 16

Es wäre endlos, alle Ereignisse meines Lebens aufzuzählen.
Für jemand, der geistige Freiheit erlangt hat,
gibt es keine Störungen, die durch Erde, Feuer, Wasser, Wind,
Götter, Dämonen usw. verursacht sind.
Und auch nicht von lebenden oder unbelebten Feinden.
Er fliegt in der Luft leichter als ein Vogel.
Er taucht ohne Behinderung im Wasser.
Er durchdringt Berge wie ein Meteorit oder ein Blitz.
Inmitten des Feuers ist er der Feuergott.

Vers 17

Die Wesen des degenerierten Zeitalters haben wenig Verdienst
und wenige treffen mich und hören mich.
Die, welche mich sehen, hören und
an mich denken und mich berühren:
Erzeugt den Keim des Erleuchtungsgeistes!
Bereinigt die in Äonen angesammelte Negativität!
Überwindet Hindernisse und schwierige Lebensbedingungen!
Befreit euch selbst und befreit Andere
und befreit alle, die ihnen folgen.

Vers 18

Ich werde selbst die mit der Freude verbinden,
die voller negativer Sichtweisen sind und die mir schaden.
So werde ich sie von Freude zu Freude geleiten.
Daran gibt es keinen Zweifel.

Vers 19

Wenn du mir dein Herz und deinen Geist darbringst,
flehe mich aufrichtig an.
Überwinde deinen Mangel an Vertrauen
und nimm dein Leben lang zu mir Zuflucht.
Sofort werden deine zwei Verdunklungen sich verringern.
Indem du mir in der Realität, in der Vision oder im Traum begegnest,
werde ich dir das temporäre und das letztendliche Ziel enthüllen.

Vers 20

Alle die ihr hier seid und die Studenten die folgen werden,
meine Söhne und Schüler behaltet dies:
Für diese Zeit ist mein Werk und das
Unterweisen der Schüler in dieser Welt vollendet.
Ich werde jetzt in das reine Land des Medizinbuddha gehen.

Vers 21

Dann gab Yuthok seinen Medizinstudenten viele Anweisungen.
Darauf kam viel Licht vom Himmel,
welches zu einem Regenbogennetz verwoben war
und den ganzen Himmel füllte.
Diese Ausstrahlung berührte seinen Körper
und indem er am Himmel schwebte,
verließ er die Welt und begab sich
ins reine Land des Medizinbuddha,
ohne sterbliche Überreste zu hinterlassen.

Dies war das Lied von Yuthok Yonten Gonpo's Leben.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 31. Januar 2008 um 00:10 Uhr